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Essay schreiben? So schreiben Sie einen Essay!

Einen Essay schreiben ist im Eigentlichen gar nicht so schwer. Immerhin geht es in einem Essay darum, sich fern einer wissenschaftlichen Methodik mit dem jeweiligen Thema auseinander zu setzen. Wer sich also an dieser recht freien Gattung versuchen will, muss nur grundsätzliche Dinge beachten, die wir in diesem Artikel für Sie zusammenfassen.

Die Geschichte der literarischen Gattung Essay (Plural: Essays oder auch Essai) lässt sich bis in das späte Mittelalter zurück verfolgen. Als Vater gilt der französische Autor Michel de Montaigne, der seinerzeit die Adagia – eine sehr große Sammlung von Redewendungen, Sprüchen und Weisheiten – ausführlich kommentierte.

Montaigne nimmt hierbei die Position eines Fragestellers ein, der auf der Suche nach Antworten ist und dabei die Aussagen, die sich in der Adagia finden, kritisch prüft. Dabei gibt Montaigne allerdings keine endgültige Antwort auf das Problem, sondern wirft dabei weitere spannende Fragen auf.

Im Grunde finden wir in dieser Art des Kommentierens die Urform des Essays und sollten ebendiese Annahmen im Hinterkopf behalten, wenn wir ein Essay schreiben. Wir urteilen weniger über eine Welt oder einen Zustand, sondern befeuern einen Sachverhalt mit kritischen Kommentaren oder eben Denkweisen, die den Leser zum Weiterdenken anregen.

Einen Essay schreiben wir kritisch!

Einen Essay schreiben wir kritisch! © Rainer Sturm / pixelio.de

Die Geschichte des Essays

Bevor wir Ihnen nun allerdings einige Tipps und Tricks verraten möchten, wie Sie ein Essay schreiben, macht es Sinn, auf die Geschichte des Essays zu blicken. Immerhin verrät uns die Entstehung der Gattung schon jede Menge über die eigentliche Herangehensweise.

Montaigne tritt in seiner kritischen Auseinandersetzung mit der Adagia nie als Lehrmeister auf, sondern führt dem Leser die Problematik selbst vor Augen. Diesen Twist ermöglicht er, indem er niemals über das Geschriebene urteilte, sondern es allenfalls hinterfragte. Weiterhin sind seine Erkenntnisse und Forderungen dabei stets subjektiver Natur.

Diese recht freie Auseinandersetzung seitens Montaigne widersprach selbstredend der Auffassung der katholischen Kirche, die das Anzweifeln einer allgemeingültigen Wahrheit nicht teilen konnte. Immerhin ist die Bibel nicht essayistisch, sondern gibt sehr klare Handlungsaufforderungen.

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Die sehr subjektive, kaum wertende, Herangehensweise Montaignes wurde durch Francis Bacon gewissermaßen fortgesetzt, der den Essay allerdings eher als moralisierende Gattung nutzte. Der Essay war folglich nicht mehr frei von wertenden Ausführungen, sondern nahm die Form einer deduktiven Beweisführung an.

Hinweis: Deduktion bedeutet, dass wir gewisse Dinge annehmen (Prämissen) und diese zu einem konsequenten, fast unausweichlichen Schluss, zuspitzen. Wir schließen also vom Allgemeinen auf das Einzelnen und leiten daraus ab.

Und genau zwischen diesen beiden Polen schwankt das Essay auch heutzutage. Einerseits ist es die freie Auseinandersetzung mit einem beliebigen, meist philosophischen Thema, wobei wir lediglich unsere Gedankengänge beschreiben und andererseits ist das Essay eine beliebte Form der Moralisten, um Sachverhalte zwingend her- und abzuleiten.

Das sollten Sie beim Schreiben eines Essays beachten!

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte, möchten wir nun allerdings ein wenig konkreter werden. Denn auch wenn das Essay eine sehr freie literarische Form ist, gibt es einige Dinge, die wir beim Essay-Schreiben beachten sollten.

Wenn wir erneut an Montaigne denken, fällt uns schnell auf, worauf es beim Essay-Schreiben wirklich ankommt, denn ein Essay ist eben keine Erörterung oder genaue Analyse der jeweiligen Problematik, sondern eher die kritische Auseinandersetzung eines Autors mit dem Thema seiner Wahl. Wir stoßen den Leser auf das Problem und kauen es ihm nicht vor!

  • Im Essay neue Fragen aufwerfen. Ein gutes Essay wirft neue Fragen auf und diktiert dem Leser nicht, was er denken soll. Es gibt also keine klare Denkweise vor, sondern wirft allenfalls Fragen auf, deren Antworten im eigentlichen Essay ausbleiben. Allerdings können wir den Leser in unsere Gedanken einweihen und gewissermaßen in eine bestimmte Richtung leiten.
  • Die Gedanken sollen sich beim Essay-Schreiben entfalten. Folglich geht es weniger darum, einen Gedanken klar auszuformulieren, als dem Leser gewissermaßen aufzuzeigen, wie sich die eigenen Gedanken entwickelt haben. Wie kamen wir zu den Perspektiven, die wir im Essay vertreten und warum vertreten wir diese?
  • Keine leichte Kost, doch mit Leichtigkeit verfasst. Essays sind eben keine analytischen Konzepte, die auf unendlichen Quellen herumreiten und genau das ist es, was ein Essay auszeichnet. Ein gutes Essay lässt sich mit Leichtigkeit lesen und ist mit einer gesunden Portion Humor gewürzt. Wenn wir ein Essay schreiben, sollten wir also auf Verständlichkeit und einen chronologischen Aufbau achten.
  • Essays sind selbsterklärend. Ein Essay sollte für den Lesser immer selbsterklärend sein und alle wichtigen Begriffe und Gedanken in sich selbst deuten, vorgeben und dem Leser das Nachschlagen abnehmen. Immerhin verzichten wir beim Essay-Schreiben auf zahlreiche Quellenangaben und arbeiten gewissermaßen unwissenschatlich. Gerade deshalb sollten wir im eigentlichen Text alle wesentlichen Dinge erklären, die für das Verständnis des Essays relevant sind.

Das sind die wesentlichen Aspekte, die wir beim Essay-Schreiben bedenken sollten. Allerdings möchten wir Ihnen nun einige Tipps zum Aufbau geben, sodass unser Werk nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch glänzen kann und keinen Leser vor den Kopf stößt.

Essay werden strukturiert und sortiert. Nicht einfach "hingeschrieben" © Rainer Sturm  / pixelio.de

Essay werden strukturiert und sortiert. Nicht einfach „hingeschrieben“ © Rainer Sturm / pixelio.de

Der richtige Aufbau eines Essays

Der Aufbau eines Essay ist im Eigentlichen vielen anderen Formen gleich, wie beispielsweis der Erörterung. So gliedert sich das Essay hauptsächlich in eine Einleitung, einen Hauptteil und eben einen Schluss, der das Wichtigste nochmals für den Leser zusammenfässt.

  • Der Titel beim Essay. Ein Essay braucht keinen Titel und es ist auch nicht zwingend erforderlich, einen solchen auszuwählen. Dennoch kann er unsere Hauptaussage auf das Wesentliche reduzieren und den Leser schon im Voraus darüber informieren, worum es im geschriebenen Essay geht. Ein Titel ist folglich kein Muss und in zeitknappen Prüfungssituationen nicht erforderlich. Allerdings rundet er das Essay ab.
  • Die Einleitung. Eine Einleitung sollte in jedem Fall die wichtigsten Gedanken des Essays vorwegnehmen und dem Leser ganz klar vermitteln, worum es im Text gehen wird. Ein Essay verzichtet auf eine große Einleitung und kommt recht zügig auf den Punkt. Idealerweise offenbaren wir also schon im ersten Satz unsere Position.

    Außerdem können wir hier erklären, wie wir die wichtigsten Begriffe des folgenden Texts verstehen und wie das Essay gegliedert ist. Wenn es eine aktuelle Diskussion zum Thema gibt, kann es sinnvoll sein, diese in der Einleitung vorzustellen und gegebenenfalls zu kommentieren.
  • Der Hauptteil im Essay. Wenn wir ein Essay schreiben, ist der Hauptteil natürlich der wichtigste Aspekt überhaupt. Hierbei sollten wir stringent die Gliederung verfolgen, die wir schon in der Einleitung vorgestellt haben und darauf Acht geben, dass unser Essay den Leser führt. Es gilt, einen zusammenhängenden Text zu schreiben, der unsere Gedankengänge und Ergebnisse miteinander verbindet und nicht unterbrochen wird.
  • Den richtigen Schluss beim Essay-Schreiben finden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Leser aus dem Text zu leiten. Allerdings bietet es sich beim Essay ein, mögliche Fragestellungen aufzuzeigen und weitere Denkansätze anzubieten. Hierbei sollten wir allerdings vornehmlich darauf achten, dass das geschriebene Essay eine geschlossene Form erhält. Vielleicht Bündeln wir auch nochmals unsere wichtigsten Erkenntnisse und bereiten diese für den Leser auf?

Das Schreiben verschiedener Essays: Die Formen

Es gibt ganz unterschiedliche Formen und Möglichkeiten, wie wir einen Essay schreiben und aufbauen können. An dieser Stelle möchten wir Ihnen also die häufigsten Arten der Essayistik vorstellen und die jeweiligen Aufgaben erläutern.

  • Argumentative Essay. Diese Form zeichnet sich dadurch aus, das wir uns eine These oder Vermutung herausgreifen, die derzeitig diskutiert wird und unsere eigenen Gedanken zum Thema durch Aurgumente stützen. Die Entscheidung, wie mit unseren Gedanken umgegangen wird, liegt hierbei beim Leser selbst.
  • Gegensatz- oder vergleichendes Essay. Bei dieser Art werden diverse Gegenstände der Untersuchung vergleichend gegenüber gestellt. Hierbei werden die offensichtlichen Ähnlichkeiten im Essay beschrieben, um dann bei einer tieferen Analyse die eigentlichen Unterscheide deutlich zu machen.
  • Beschreibendes Essay. Dieses Essay gibt sich schon im Namen zu erkennen. Es soll gewissermaßen aufzeigen, wie ein Ort, eine Person oder ein Sachverhalt wirklich ist. Dieser wird folglich detailliert beschrieben und dem Rezipienten so zugänglich gemacht.
  • Erzählendes Essay. Im Vordergrund dieser Betrachtung steht die – meist persönliche – Entwicklung eines Charakters. So können im Essay die Blickwinkel des, vielleicht fiktiven, Protagonisten aufgezeigt und deutlich gemacht werden. Das erzählende Essay nutzt dabei häufig die Ich-Perspektive und beschreibt den Sachverhalt aus der Gegenwart oder Vergangenheit.
  • Imitierendes Essay. Hierbei wählen wir einen existenten Text, vielleicht selbst ein Essay, und reduzieren diesen auf die wesentlichen Argumente und Herangehensweisen, um in der Folge unser eigenes Essay schreiben zu können. Dabei wird die Struktur gewissermaßen imitiert und mit der eigenen Kreativität befeuert.
  • Überzeugendes Essay. Hierbei versucht der Erzähler, den Leser vom eigenen Standpunkt zu überzeugen. Denken wir erneut an Montaigne wird klar, dass sich diese Form arg von der ursprünglichen Art und Weise entfernet, da hierbei eine klare Denkart aufgezeigt wird, um den Rezipienten zu überzeugen.
    • Allgemeine Tipps zum Essay-Schreiben

      Wir haben nun alle relevanten Eckdaten abgeklappert, die erforderlich sind, um ein wirklich gutes Essay schreiben zu können. Nun möchten wir Ihnen noch einige Tipps auf den Weg geben, wie Sie den Schreibprozess verfeinern können.

      • Ordnung und Struktur. Die besten Texte enstehen, wenn wir vorab unsere eigenen Gedanken sortieren. Vor allem das Essay funktioniert deshalb, weil es recht geradlinig die eigenen Ansätze verfolgt. Es macht also Sinn, vorab einmal aufzuschreiben, wohin die Reise überhaupt gehen soll und nicht wild drauf los zu schreiben.
      • Thesen und Argumente sind nachvollziehbar. In der Regel schreiben wir einen Essay, um einen Menschen von unseren Gedanken zu überzeugen oder zumindest in diese einzuweihen. All unsere Behauptungen sollten also nachvollziehbar bleiben und sinnvoll belegt werden. Sätze, die den Leser an unserer Glaubwürdigkeit zweifeln lassen, sollten in jedem Fall vermieden werden.

      • Metaphern und Sprachbilder vermeiden. Natürlich liest es sich schön, wenn wir Phrasen verwenden, die siehr bildlich sind. In puncto Essayistik ist es allerdings von Vorteil, wenn wir grundsätzlich auf sie verzichten. Immerhin sind es gerade solche Bilder, die zu Missverständnissen führen und das können wir überhaupt nicht gebrauchen, wenn wir unsere Ansichten kommunizieren möchten.
      • Das Essay korrigieren und auf Fehler überprüfen. Rechtschreibung und Orthographie sind mit Sicherheit nicht das Wichtigste, um einen tiefgehenden Text zu schreiben, der den Leser in seinen Bann zieht. Dennoch sollten wir diese Dinge nicht vernachlässigen und unseren fertigen Essay mehrmals auf Fehler überprüfen.

      Wir hoffen, Ihnen hat dieser Artikel dabei geholfen, ein eigenes Essay schreiben zu können und Sie wissen nun, worauf Sie dabei achten müssen. Sollten Sie noch Anregungen haben, wie wir diese Anleitung verbessern können, freuen wir uns über einen Kommentar.

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